Philosophie

Das Bildungskonzept der Naturschule Region Bodensee

Unsere Grundprinzipien vom Verständnis des Lernens beziehen wir von dem Schweizer Reformpädagogen PESTALOZZI (1746-1827), (Herz Kopf und Hand, „Idee der Elementarbildung“), beziehungsweise von lebenden Vordenkern der Natur- und Umwelterziehung wie JOSEPH CORNELL (Flow learning, in „Mit Cornell die Natur erleben“ 2006) und MICHAEL KALFF (und Koautoren, Ebenen der Naturerfahrung, in „Handbuch zur Natur- und Umwelterziehung“ 1994).

Wir arbeiten Identitätsstiftend, schaffen Naturzugänge, nutzen die Natur als Atelier und verstehen unsere Arbeit als bildende an der Beziehung Mensch – Natur.

Das Kernstück innerhalb der Tätigkeiten der Naturschule Region Bodensee ist eine Weiterbildung in Naturpädagogik – damit bringen wir Erwachsene in die Lage, Kindern ganzheitliche Naturerlebnisstunden zu ermöglichen. Diese Weiterbildungsinhalte sollte jedes Mitglied aufgenommen haben, denn sie beinhalten unsere Wertekommunikation und schaffen ein einheitliches Konzept innerhalb der Naturschule Region Bodensee.

Selbstreflektion und Ruhe
Selbstreflektion und Ruhe

Naturpädagogik hat immer zu tun mit Selbständigkeit, Selbstbestimmung, Selbsttätigkeit, Selbstentwicklung. Sich Einlassen auf Neues kann hier erprobt werden. Damit leistet die Weiterbildung neben dem Befassen mit der Natur auch einen Beitrag zu persönlicher Weiterentwicklung, sowie zur Potentialentfaltung der Teilnehmenden selbst, was wiederum den Kindern als letztliche Zielgruppe weitergegeben oder ermöglicht werden soll. Kinder brauchen Natur, um zu gesunden Erwachsenen heranwachsen zu können. Nicht umsonst liegt ein besonderer, nicht ersetzbarer Wert für die Entwicklung auf der Naturerfahrung in der frühen Kindheit (ZINN 1980).

Die Naturschule Region Bodensee versteht sich als außerschulischer Partner, sowohl für alle Schultypen, als auch für Kindergärten oder sonstige Bildungseinrichtungen und -initiativen.

Unsere Werte in Bezug auf die Natur, Umwelt und Erde sind

  • Nur was man kennt, kann man auch schützen (Bildung ist daher unabkömmlich)
  • Die Biologische Vielfalt muss erhalten, wo möglich, geschützt werden
  • Was genommen wird, sollte auch wieder ersetzt werden (Prinzip der Nachhaltigkeit v. CARLOWITZ, 1713)
  • In der Natur kann jeder Mensch künstlerisch aktiv sein und bewussten Umgang lernen
  • Gruppenaktivität in der Natur ermöglicht andere Sozialgefüge
  • Nachhaltigkeit auszuüben kann man Lernen und ist keine Elitefrage
  • Globales Engagement und Vernetzung pflegen und fördern wir.

Gerhard de HAAN (1997), Mitglied der deutschen UNESCO-Kommission und Initiator der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-20014) sieht in der Umweltbildung einen wesentlichen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Unsere Prinzipien bezüglich Pädagogik sind

  • Gleichbehandlung aller Kinder
  • Jedes Kind seiner Entwicklung gemäß fördern  – Potentialentfaltung fördern
  • Zeit einräumen für selbstgeleitetes, eigenständiges Spiel – Selbständigkeit fördern
  • Interkulturell – Es ist normal, verschieden zu sein in Bezug zur Nationalität – Ambiguitätstoleranz fördern
  • Inklusiv – Es ist normal, verschieden zu sein hinsichtlich körperlicher und geistiger Ausstattung – Ambiguitätstoleranz fördern

Wie die geschulte ErzieherIn verstehen wir uns als Lernbegleiter in der Natur, der/die Ko-Konstruktion anregt, welche an die Stelle von Beschulung, Krisenszenarien oder Zeigefinger tritt. Lernen über Sinneserfahrungen, Entdeckendes Lernen zu ermöglichen und Ästhetische Bildung sind unsere wesentlichen pädagogischen Leitlinien im Elementarbereich.

Die Struktur unserer Bildungseinrichtung umfasst entsprechend unserer Themenvielfalt und Vereinsstruktur

  • Keinen „Wochenplan“
  • Keine festen „Öffnungszeiten“
  • Kein „festes Gebäude“

aber

  • Angebote nach gemäß Vereinbarung gegebenen Uhrzeiten, die je nach Projektstruktur und –umfang, für Kindergarten, Grundschule, Freizeitgruppen, Erwachsene (VHS, Kooperation mit anderen Bildungsträgern) getroffen werden.

Qualitätssicherung findet statt in Anlehnung an LQW (Lernorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung). Da diese Testierung neben dem Selbstreport eine kostenintensive Visitation, sowie einen Abschlussworkshop bedeutet, warten wir mit deren Anmeldung und Abschluss auf das nächste größere Projekt, das uns diesen Finanzaufwand erlaubt. 2013 wurde die Naturschule Region Bodensee von der UNESCO mit einem von 1.600 national in der Dekade ausgezeichneten, offiziellen UN-Dekade-Projekten Bildung für nachhaltige Entwicklung prämiert. Regelmäßig findet Supervision statt, wenn Kollegen eine Veranstaltung besuchen und feedback von ihnen eingfordert wird. Eine sehr fruchtbare Visitation erhielten wir durch den Besuch eines Gutachters durch das Regierungspräsidium Freiburg, welche unsere Einrichtung mit „Mehrwert“ beschrieb und sie von der Mehrwertsteuer befreite. LINK

Träger der freien Jugendhilfe – ist unser Verein noch nicht, dies wird jedoch angestrebt für 2016 / 2017 per Antrag zu formulieren.